Die Errichtung eines Speichers zur CO2-Endlagerung im Erlaubnisfeld Nördliches Schlewig-Holstein und die grundsätzliche Errichtung von Speichern zur CO2-Endlagerung werden aus folgenden Gründen abgelehnt:
- Die CO2-Einlagerung mittels der CCS-Technologie ist nach übereinstimmender Einschätzung von Befürwortern wie Kritikern wegen begrenzter Anwendungsbereiche und begrenzter Speicherpotentiale nur eine "Brückenlösung" oder eine "Übergangsoption" zur Verminderung des Treibhausgases CO2. Da kein ausreichender Platz für die dauerhafte Einlagerung vorhanden ist, führen auch die Anstrengungen zur CO2-Abscheidung ins Leere.
- Die CO2-Einlagerung mittels der CCS-Technologie setzt eine funktionierende Kette mit den Schritten Abscheidung, Transport und Lagerung/Speicherung voraus. Keiner dieser Schritte ist heute ausreichend entwickelt. Die CCS-Technologie ist somit keine Option.
- Die CO2-Einlagerung mittels der CCS-Technologie birgt zurzeit unüberschaubare Risiken (Leckagen; verdrängte Formationswässer; durch Verdrängung nach oben gelangte Metalle und Verbindungen die zur Kontamination des Trinkwassers und des Erdbodens führen; Haftungsrisiko). Nach übereinstimmender Einschätzung von Befürwortern wie Kritikern liegen bei weitem noch nicht genug Informationen über geologische Formationen, deren Stabilität und Dichtigkeit vor, um in Bezug auf CO2-Einlagerung eine abschließende Risikobewertung abgeben zu können. Es ist daher nicht vertretbar großtechnische Vorhaben zu genehmigen, in sie zu investieren und diese zu fördern. Vielmehr wird gefordert, zuvor als Instrument für ein Vermeiden oder ein Auflösen von denkbaren Nutzungskonflikten einen rechtlichen Rahmen und ein Verfahren für eine "unterirdische Raumordnung" zu installieren.
- Bevor an eine Speicherung von CO2 in großtechnischen Format in geologischen Formationen überhaupt gedacht wird, sind Fragen nach dem Verhältnis zu anderen möglichen Nutzungen der geologischen Formationen verbindlich zu regeln.
- Nachhaltigen Nutzungen, wie erneuerbare Energiequellen aus Wind, Sonne und Wellen oder die geothermische Wärme- und Stromerzeugung ist der Vorrang vor einer CO2-Speicherung zu geben.
- Die CCS-Technologie ist nicht nachhaltig. Sie senkt den Wirkungsgrad der Kraftwerke. Sie führt zu einem deutlich erhöhtem Verbrauch fossiler Brennstoffe und zu einem Verbrauch von Speicherkapazitäten.
- Der Einsatz der CCS-Technologie führt zu einer massiven Steigerung der Kraftwerkskosten, in der Folge zu einer deutlichen Steigerung der Strompreise.
- Die CCS-Technologie kommt zu spät, um den Klimawandel zu bremsen. Der frühestmögliche Einsatz auf Kraftwerksebene wird nicht vor 2020-2030 erwartet. Die Treibhausgasemissionen müssen jedoch schon deutlich früher sinken.
- Der erhoffte Nutzen der geplanten CO2-Speicherung steht in keinem Verhältnis zu den Risiken, Kosten und möglichen Konkurrenznutzungen der Speicher. Vielmehr bindet die "Brückenlösung" CCS-Technologie Forschungs-, Förder- und sonstige Mittel. Zwingend ist, diese Mittel in die Entwicklung und den Ausbau erneuerbarer Energie und der Energieeffizienz zu investieren, also auf Techniken zu setzen, die von vonrherein CO2 vermeiden.
- Mit dem intensiven Ausbau der Wind- und Sonnenenergie, der Energiegewinnung aus Biomasse, ersten Projekten im Bereich der Geothermie steht diese Region geradezu beispielhaft für eine Trendwende in der Klimaschutzdiskussion. Schlichtweg kontraproduktiv ist da die Diskussion in eine nicht nachhaltige Speicherung von CO2.
- Als eine von 25 Regionen bundesweit wurde die AktivRegion Nordfriesland Nord im Wettbewerb Bioenergieregionen ausgewühlt und kann nun an der Realisierung des Konzeptes gefördert weiterarbeiten und Entwicklungschancen der Bioenergie für sich nutzen. Ziel ist die Energieefffizienz zu verbessern und innovative Konzepte zur CO2-Vermeidung zu entwickeln. Ziel ist dabei auch, die regionale Wertschöpfung zu erhöhen und Arbeitsplätze zu schaffen. Auch vor diesem Hintergrund ist es nicht vertretbar, eine Diskussion über die nicht nachhaltige CO2-Speicherung zu führen.


